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Romantik und Waldeinsamkeit

Gasthauswanderung; 15 km

Die Königsheide, ein hochplateauähnlicher Gebirgszug, der dem Ochsenkopf vorgelagert ist, reicht mit ihrer Abbruchkante an die Fränkische Linie (Abrißkante zwischen Granitgebirge und Bruchschollenland) heran. Ein ausgedehntes Hochmoor hat es hier gegeben, dessen Reste unter Naturschutz gestellt wurden. Bis zu 4 m hohe Latschenkiefern stehen hier, und ein zauberisches Flair liegt über der einsamen Landschaft.

Alte Waffen, Hufeisen und andere Gerätschaften sind auf der Königsheide gefunden worden und deuten auf frühe Besiedlung hin. Nimmt man dazu die verfallenen Reste einer alten Wallburg in der Waldabteilung "Altes Schloß" und komponiert dazu Revierbezeichnungen wie "Schlachtwiese" und "Blauer (= blutiger) Stein", dann könnte man schon auf weit in die Vorzeit reichende Ereignisse schließen.

Am Fuße dieses Waldgebietes fließt die Steinach. Sie bildet viele kleine Nebentäler und schafft so Platz für die Streusiedlung Warmensteinach. Dieser Ort ist im 14. und 15. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Eisenbergbau entstanden. Doch berühmt und bekannt gemacht hat ihn das Glas. Schon früh standen hier sogenannte "Paterlahütten", die Glasperlen für Rosenkränze herstellten. Noch heute zehrt Warmensteinach, das sich inzwischen zu einem bedeutenden Fremdenverkehrsort und Wintersportzentrum gemausert hat, von der großen Vergangenheit. Schließlich gibt es dort ein kleines Glasmuseum zu besichtigen, und verschiedene Glasbetriebe lassen sich auch mal gerne hinter die Kulissen schauen.

Wegeführung:

Ausgangspunkte:

Wanderparkplatz vor dem Bahnübergang an der Straße Bayreuth -Warmensteinach, Parkplatz am Waldschwimmbad.

Möglichkeiten unterwegs:

Parkplatz beim Naturfreundehaus Rügersberg, Wanderparkplatz Sophienthal,

Wir starten in Warmensteinach am Waldschwimmbad und überqueren die Bahnlinie (Bayreuth - Warmensteinach). Durch die Bergstraße steigen wir hoch, biegen rechts ab in den Bachmannweg, folgen der Richtung durch die Schlesierstraße und kommen an deren Ende an einen Fußgängersteig. Uns zu Füßen liegen die Glaswerke, gegenüber strahlt uns das Kirchlein am Dürrberg an, an allen Seiten "klettern" die Häuser die Hänge hinauf. Der Fußgängersteig führt uns dann über eine asphaltierte Zufahrt zur Hohe-Wacht-Straße. Scharf links müssen wir uns bergan halten, am Tempelhofer Schullandheim dann nach rechts gehen und der Straße bis zum Ende der Asphaltdecke folgen. Von nun an heißt der Weg "Panoramasteig", und er macht seinem Namen auch alle Ehre. Hier sollten wir eine Verschnaufpause einlegen und den herrlichen Rundblick genießen.

Am Waldrand, beim letzten Haus des Ortes, treffen wir auf eine "Weiße 1" (Rundwegmarkierung) und - nach links - auf das Hinweisschild "Königsheide". Zwar müssen wir noch immer steigen, aber nun geht es nicht mehr ganz so steil hinauf. Ein recht breiter Waldweg mündet schließlich in ein Wegedreieck; nach rechts führt die Rundwanderung 1 weiter zur Sprungschanze im Kropf-bachtal.Wir aber halten uns links und folgen nun dem neuen Markierungszeichen "Rechteck mit senkrechtem Balken" (blau/weiß). Noch flacherwird die Steigung,wir sind nun ungefähr770 m hoch. Kurze Zeit nach einer Gedenkstätte trifft der Mittelweg (Markierung "M im Viereck", schwarz/gelb) dann mit unserer Route zusammen. Wo dieser nach rechts abknickt, machen wir unsere neue Markierung ("Blaues Dreieck im weißen Feld") aus. Doch von der Trennungsstelle bis zum Dreihirtenstein auf dem Mittelweg sind es nur ein paar Schritte, machen wir also diesen Abstecher.

Bei diesem Flurdenkmal aus alterZeit-daraufweist die eingemeißelte Zahl 1605 hin - handelt es sich um einen Grenzstein. Er trennte die Herrschaftsbereiche der Herren von Künßberg, deren Besitzungen in und um Weidenberg lagen, von denen der Herren von Laineck, die in Goldkronach und Nemmersdorf zu Hause waren.

Wir gehen zurück zu unserer vertrauten blau-weißen Markierung, die uns weiter auf einem grasbewachsenen und recht feuchten Weg (Anzeichen für das Hochmoor!) leicht bergan führt. Stiller und stiller ist es um uns geworden, und bald stehen wir am Mahlsack, einem granitenen Stein,dem man wegen seineroben abgerundeten Form die Ähnlichkeit mit einem Getreidesack nicht absprechen kann. Er markiert die ehemaligen Forstamtsgrenzen von Warmensteinach, Goldkronach und Sophienthai. Aufgestellt wurde er 1853, als Bayern eine landesweite Neueinteilung seiner Forstamtsbezirke vornahm.

863 m hoch stehen wir hier auf dem Gipfel, besser auf der Kuppe, des Hohberges und sind damit an der höchsten Stelle der Königsheide angelangt. Nun geht es eben dahin. Ein kleines Schild weist uns den Weg zum Dreijungfernbrunnen, einer kleinen Rastanlage neben einer Quelle etwa 150 m abseits des Weges. Mit mäßigem Gefälle führt dann der Weg bergab, vorbei an dem mit "Königsheide" markierten Mittelpunkt dieses Gebiets (853 m). Später sehen wir am Wegesrand den Gedenkstein für einen von Wilderern ermordeten Forstbeamten mit der Inschrift: "Forstwart-Popp-Weg".

Dann eine kurze Begegnung mit dem Westweg (Markierung "W im Viereck", weiß/rot), und weiter geht es bergab. Oberhalb von Rügersgrün treten wir aus dem Wald. Und von der Stelle des Naturfreundehauses aus haben wir einen unvergleichlich schönen Blick: Unter uns liegt Weidenberg, links ist der Eingang zum engen, romantischen Teil des Steinachtals zu sehen. Und dort befindet sich auch unser nächstes Ziel.

Unterhalb des Naturfreundehauses treffen wir auf die Straße nach Mengersreuth und laufen auf ihr (ohne Markierungszeichen) etwa 300 m. Am Waldrand links, hinter dem Holzstapelplatz, erkennen wir mit etwas Phantasie eine "4" an einer Birke. Dorthin richtet sich unser Schritt, und wir folgen der übrigens ausgezeichneten Markierung in den Wald hinein (Pfeil). Äußerst steil geht es nun hinunter, manchmal auf nur fußbreiten Pfaden. Heidelbeersträucher bilden Teppiche, vermodernde Äste liegen kreuz und quer, Erinnerungen an Rotkäppchens Märchenwald werden wach. Wir laufen weiter bergab an der Flanke des Kleeleitenbachtals. Am Grunde dieses tiefen Einschnitts strebt das Bächlein der Steinach zu, wie wir auf schmalem Pfad daneben. Heraus kommen wir auf der Staatsstraße von Bayreuth nach Fichtelberg (äußerste Vorsicht beim Überqueren!). Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Abzweigung nach Sophienthai, dort winkt uns Labsal. Zwar müssen wir noch rund 1 km in den verträumt in die Gebirgs-falten eingebetteten Ort hineinwandern, doch dafür haben wir dort die Auswahl zwischen recht bodenständig gebliebenen Wirtshäusern.

Den Rückweg nach Warmensteinach nehmen wir über die Wurzbachstraße (Wegemarkierung 2). Am Ortsausgang steht der funktionslos gewordene Bahnhof, Privatleute bewohnen ihn und haben ein richtiges Schmuckstückchen daraus gemacht. Kurz dahinter liegt ein Wanderparkplatz mit einer Übersichtstafel der Rundwanderwege. Von dort aus läuft unserWeg parallel zur Bahnlinie, gewinnt langsam an Höhe und zieht sich in sachten Steigungen den Hang hinauf, wird unmerklich steiler. Durch die Bäume hindurch gewahren wir Straße und Bahnlinie im Talgrund. Nach 2,5 km weist uns ein Wegweiser nach links: Warmensteinach über Pfeiferhaus 2,5 km. Ein schmaler Waldpfad führt uns dann talwärts, und an einem Bahnübergang treffen wir wieder auf einen breiten Schotterweg, dem wir nach rechts folgen.

Bald erreichen wir das Pfeiferhaus, ein ruhig gelegenes Waldhotel. Wir laufen hinter dem Gebäude vorbei und weiter auf dem bequemen Forstweg, der Hinweise auf die Rundwanderwege 9 und 10 bereithält. An einer großen Brunnenanlage oberhalb des Waldschwimmbades zweigt dann nach links ein kleiner Pfad ab, hinunter zum Ortseingang von Warmensteinach.

Einkehrmöglichkeiten:

Gasthof Steinachtal, Sophienthai 17, Öffnungszeiten: ab 10.00 Uhr; Ruhetag: Dienstag. Gasthaus Zum Fichtelgebirge, Sophienthai 22, Öffnungszeiten: ab 10.00 Uhr; Ruhetag: keiner. Spezialität: eigene Schlachtung, Schwarzfleisch, verschiedene Sulzen. Waldhotel-Cafe-Pension Reiferhaus, Pfeiferhaus, Öffnungszeiten Cafe: 14.00 - 22.00 Uhr, Samstag und Sonntag 10.00 - 22.00 Uhr; Ruhetag: Mittwoch abend.